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Nachruf auf Dr. Karl-Heinz Pridik

Die Kirchliche Hochschule Wuppertal  trauert um ihren langjährigen emeritierten Kollegen, Dr. Karl-Heinz Pridik.

Geboren am 30. Oktober 1939 in Wittenberge an der Elbe, lehrte Dr. Karl-Heinz Pridik fast 40 Jahre an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal Altgriechisch und Latein, fast sein halbes Leben lang. Am 1. Februar 2022 ist er im Alter von 82 Jahren verstorben.

Das Studium der Altphilologie, das anfangs das Nachlernen des Altgriechischen vorsah, führte Karl-Heinz Pridik zunächst nach Hamburg. Dort wie insbesondere an seinem zweiten Studienort Tübingen kam er mit dem seinerzeit brandaktuellen Diskurs über die Rolle des Christentums in der modernen Gesellschaft in Kontakt. In Tübingen wurde er schließlich in Latein mit einer Arbeit über den Dichter Vergil promoviert. Ein weiterer Studienschwerpunkt machte ihn mit der Klassischen Archäologie vertraut, die ihn fortan immer wieder zu Reisen in den mediterranen Mittelmeerraum veranlasste. Nach einer kurzen gymnasialen Lehrer-Tätigkeit begann er 1970 als Dozent für Latein und Griechisch an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. Hier hat er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 hauptamtlich gelehrt, und darüber hinaus blieb er der Kirchlichen Hochschule durch die Vertretung seiner Stelle bis 2009 erhalten. 

Generationen von Studentinnen und Studenten der evangelischen Theologie haben durch seine ermutigende und respektvolle Duldsamkeit und menschliche Vorsicht den langen und schwierigen Weg zum Graecum und Latinum bewältigt. Seine Kraft hat er neben der Lehre auch der Ausarbeitung und steten Überarbeitung von geeignetem Kursmaterial in Altgriechisch gewidmet, seine Begeisterung für die griechischen Altertümer, die er in einer beachtlichen Diasammlung archivierte und vorführte, lockte Studierende in Exkursionen mit ihm in den Mittelmeerraum.

Sein Mitwirken im Kollegium, in Gremien und im Hochschulleben – auch bei sportlichen Veranstaltungen wie etwa dem jährlichen Fußballspiel der Professoren gegen die Studentinnen und Studenten  –  hat Pridik durch seine Fairness, Offenheit und Loyalität geprägt. In allem Tun und Wirken war er besonnen und auf Harmonie bedacht. Wenn ein antikes Wort die Haltung und Ausstrahlung von Dr. Karl-Heinz Pridik charakterisieren soll, so wäre es die philosophisch reflektierte „aurea mediocritas“, das „goldene Mittelmaß“, diejenige Haltung also, die der römische Dichter Horaz als mittleren Weg zwischen Impulsivität und Besonnenheit empfohlen hat und die der Hochschule inmitten auch anderer Haltungen über fast 40 Jahre gut tat.

Die Kirchliche Hochschule erinnert dankbar Ihres umsichtigen und immer freundlichen Lehrers und Kollegen. Requiescat in pace!

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