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Jutta Tappe: verheiratet, 47 Jahre, Diplom-Betriebswirtin und PR-Beraterin, 20 Jahre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in einem internationalen Handelskonzern und einem Diakoniewerk (Foto: privat)

Warum haben Sie sich für ein Theologiestudium entschieden?

Ich habe die Prädikantenausbildung bei der Evangelischen Kirche im Rheinland gemacht und wurde 2019 ordiniert. Da mir die Arbeit als Prädikantin sehr viel Spaß macht und berufliche Veränderungen anstanden, habe ich mich dazu entschieden, mein Hobby zum Beruf zu machen.

Warum haben Sie sich für ein Theologiestudium an der KiHo entschieden?

Freunde und Kollegen haben mich auf den Studiengang aufmerksam gemacht, als davon in der Presse berichtet wurde. Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Weg (in meinem Alter) noch gehen möchte. Letztlich habe ich gut ein halbes Jahr darüber nachgedacht und dann die Bewerbung eingeworfen. Die KiHo in Wuppertal war mir bekannt, weil mein Bruder dort auch Theologie studiert hatte – und als Mülheimerin liegt die KiHo ja gewissermaßen in der Nachbarschaft. 

Welche Herausforderungen persönlicher, beruflicher und familiärer Natur haben Sie mit dem Beginn des Studiums meistern müssen?

Ich musste mein Leben umstrukturieren. Statt einer Vollzeitstelle habe ich nun eine Teilzeitstelle – dadurch habe ich mehr Zeit, aber natürlich auch weniger finanzielle Mittel. Mein Ehrenamt (ich bin Vorsitzende des CVJM Mülheim an der Ruhr) musste ich natürlich auch begrenzen. Das geht nur, weil mein Team vom geschäftsführenden Vorstand hinter meiner Entscheidung steht und mir den Rücken freihält. Bei all den Herausforderungen darf natürlich die Familie nicht zurückstehen. So ein Studium ist nur möglich, wenn die Familie die Entscheidung mitträgt und bereit ist, Freiräume zu geben. Ich bin sehr dankbar, dass ich in meiner Familie Halt und Verständnis finde. 

Welche persönliche Perspektive verbinden Sie mit dem Abschluss des Studiums

Mein Ziel ist der Einstieg in den Pfarrberuf. Der Traum wäre natürlich in meiner Heimatgemeinde bleiben zu können und dort eine Pfarrstelle zu übernehmen. 

Was fällt Ihnen leicht?

Die Begeisterung für die einzelnen Bereiche. Parallel zu meiner Prädikantenausbildung habe ich eine theologische Weiterbildung gemacht, die sich inhaltlich am Hauptstudium der Theologie orientiert hat. Daher sind mir viele der Themen vertraut – allerdings nicht auf einem so wissenschaftlichen Niveau wie an der KiHo.

Was fällt Ihnen eher nicht so leicht?

Die Sprachen waren für mich eine Herausforderung. Ich war noch nie ein Sprachentalent und zwei „alte“ Sprachen in so kurzer Zeit zu lernen – parallel zu anderen Einheiten war schon eine Herausforderung. 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was zeichnet das Studium an der KiHo in positiver Hinsicht aus?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jede Dozentin und jeder Dozent für ihren/seinen Fachbereich begeistern kann. Das ist etwas, was ich in meinem ersten Studium nicht unbedingt erfahren habe. Coronabedingt finden einige Veranstaltungen per Zoom statt. Auch hier tun die Dozierenden alles dafür, dass die Seminare nicht langweilig werden.

Die Begleitung durch die Dozierenden ist ein absolutes Highlight an der KiHo ist. Man wird hier als Mensch wahrgenommen. Jeder spürt, wenn es einem Mal nicht gut geht. Das wird aber nicht einfach hingenommen, sondern man kümmert sich und versucht zu helfen. In Wort, Tat und Gebet. Nicht zuletzt die Gemeinschaft an der KiHo und das Feiern der regelmäßigen Andachten zeichnet das Leben an der KiHo aus.

Welche Aspekte sind verbesserungswürdig?

Der Masterstudiengang ist als berufsbegleitend angepriesen. Das Pensum, was zu leisten ist, ist anspruchsvoll. Viele der Kommilitonen haben ihr Arbeitszeit entsprechend reduziert, um so Studium und Beruf besser zu vereinen. Die Dozierenden tun aber alles, um uns nach Kräften zu unterstützen und zu entlasten, z.B. dadurch, dass uns die benötigen Materialien sehr gut aufbereitet zur Verfügung gestellt werden, so dass man die Zeit, die man sonst für Recherche und Wege zu Bibliotheken bräuchte, anderweitig nutzen kann. Da wir der erste Masterstudiengang sind, ist es verständlich, dass an der ein oder anderen Stelle etwas nachjustiert werden muss.

Welches Erlebnis hat Sie besonders beeindruckt?

Ich habe in der kurzen Zeit, in der ich an der KiHo bin schon so viel Schönes erleben dürfen. Die Gemeinschaft in unserem Kurs ist eine Gemeinschaft, die trägt und motiviert. Was mich besonders angerührt hat, war der Semestereröffnungsgottesdienst im Sommer, als alle unsere Namen vorgelesen wurden. Diese Art der Wertschätzung – dass wir nicht nur Matrikelnummern, sondern Menschen sind – hat mich sehr beeindruckt. Ebenso beeindruckt mich, mit wie viel Engagement und Herzblut unsere Studiengangskoordinatorinnen, Frau Dr. Kuropka und Frau Prof. Geiger, diese Aufgabe wahrnehmen.

(Die Antworten datieren aus dem Dezember 2021.)

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